Sternthaler

 

Es war einmal ein armer Mann, der hatte in seinem Leben viel gearbeitet, aber trotz aller seiner Müh' und Plag' hatte er es im Leben zu nichts gebracht.

Er war so arm, dass er kein eigenes Haus, kein eigenes Pferd und nicht einmal ein eigenes Zimmer hatte. Für eine Frau und gar für Kinder reichte sein Geld erst recht nicht. Er hauste bei einer Familie mit neun Kindern, die in einer Hütte mit zwei Zimmern wohnte. Dort durfte er des Nachts auf einem Strohsack seine müden Glieder ausstrecken.

Im Winter war es in der Hütte bitter kalt. Der Wind pfiff durch die Bretterritzen, und der Mann fror unter seiner dünnen, verschlissenen Decke. Im Sommer dagegen staute sich die Hitze unter dem niederen Dach, und der Schläfer wälzte sich unruhig und schlaflos auf seinem Lager umher.

In der Nacht war Strohsack an Strohsack ausgebreitet, und der kleine Raum hallte wieder vom Schnarchen aus vielen Kehlen. Am Tag waren da immer Kindergeschrei und der Lärm und die Unordnung, die zwangsläufig entstehen, wenn viele Köpfe auf engem Raum hausen. Außerdem zwang der Logiergast der Familie noch zusätzliche Beschränkungen auf. Gar zu gern wäre sie ihn losgeworden, aber das bittere Elend zwang die Gastgeber, den Mann weiter zu dulden. Er zahlte zwar nicht viel, doch jeder Pfennig zählte. Der Mann wusste, dass er in der Hütte im Grunde unerwünscht war, und es bedrückte ihn. Doch er hatte kein anderes Unterkommen und musste deshalb, ob er wollte oder nicht, bleiben.

„Wenn ich es einmal zu etwas gebracht habe“, so dachte er sich in seinen dunklen Stunden, „dann werden sie froh und stolz sein, dass ich bei ihnen gewohnt habe, und ich werde ihnen auch etwas zukommen lassen.“

Am Morgen wusch er sich in einer hölzernen Schüssel mit klarem, kaltem Wasser, dessen dünne Eisschicht er im Winter erst zerbrechen musste. Danach erhielt er an guten Tagen von seinen Wirtsleuten einen Teller mit kaltem Grützebrei und für den Rest des Tages zwei Scheiben Brot mit Schweineschmalz. Am Abend gab es eine Wassersuppe und etwas Kohl.

 

Der arme Mann, er hieß Niklas, war dennoch bei dieser Kost prächtig gediehen. Er war groß von Gestalt, mit breiten Schultern und ansehnlichen Mus­keln ausgestattet. Warum hatte er dann kein ordentliches Auskommen?

So mancher Handwerksmeister in der Stadt hätte ihn gerne in Dienst genommen, und auch auf den Bauernhö­fen im Umland hätte er jederzeit eine Anstellung gefun­den. Doch Niklas wollte unbedingt seine bittere Armut überwinden und hatte deshalb für derlei Tätigkeit keine Zeit. Schließlich waren die reichen Leute der Stadt, von denen er wusste, auch sie nicht durch schwere Arbeit zu ihrem Reichtum gekommen. Und an wem sollte er sich denn ein Vorbild nehmen, wenn nicht an diesen geachteten und angesehenen Herrschaften. Sie hatten es aller Welt gezeigt, wie man es zu etwas bringt. Von ihnen gedachte Niklas zu lernen.

Tag und Nacht dachte Niklas über Wege zum Reichtum nach. Er träumte vom Wohlstand, sah eine eigene Familie um sich versammelt und stellte sich vor, wie es wäre, wenn ihn die Leute auf der Straße grüßten. Doch diese Träume zerstoben nur allzu rasch im Wind, und nur Ver­zweiflung blieb zurück.

 

In einer dieser trostlosen Stunden hatte er den festen Entschluss gefasst, sich auf die Suche nach der Truhe voll Gold zu machen, die, wie es jeder weiß, am Fuß des Regenbogens auf ihren Finder wartet. Doch wenn das Himmelszeichen dann endlich erschien, hatte Niklas viel Wichtigeres zu tun, als nach Schätzen zu forschen.

Einige Male aber hatte er sich tatsächlich aufgerafft und war losgelaufen. Aber der Weg zum Ende des Regenbo­gens war weit, und so hatte der Mann jedes Mal enttäuscht aufgegeben. Vom Regenbogen konnte Niklas deshalb keine Hilfe erwarten.

 

Doch eines Tages war Niklas mit seiner Geduld am Ende. Er wollte es nun mit der Magie versuchen. Dazu musste er bei einem Zauberer in die Lehre gehen. Ein solcher war in seiner Stadt nicht zu finden, und so blieb dem Mann nichts übrig, als sich auf Wanderschaft zu begeben.

Er lief viele Tage über Berg und Ta, schlief im Heu von alten Scheu­nen lebte und von den mildtätigen Gaben der Leute.

Oft fragte man ihn: „Wohin willst du?“ und „Was suchst du?“.

Und er antwortete: „Ich suche mein Glück bei einem Zauberer!“

Er hörte dann stets: „Da wirst du lange suchen müssen.“

Jede Suche hat irgendwann einmal ein Ende, so war es auch bei Niklas. Eines Tages traf er einen alten Mann unter einem Eichenbaum. Ein heftiges Gewitter tobte, und der Regen prasselte in Strömen herunter. Triefend vor Nässe stellte sich Niklas neben den Alten und begann, höflich wie er war, ein Gespräch.

„Was tust du hier?“ fragte er.

Und der andere antwortete ebenso freundlich: „Ich warte auf das Ende meines Gewitters.“

„Wieso deines Gewitters?“

„Nun, ich dachte mir, es habe schon lange kein Gewitter mehr gegeben. Da habe ich einfach eines gemacht. Und nun muss ich unter diesem Baum warten, bis mein Regen aufgehört hat, damit ich trocken nach Hause komme.“

„Warum befiehlst du deinem Gewitter nicht einfach aufzuhören, wenn du es selbst gemacht hast?“

„Es regnet, donnert und blitzt gerade so schön. Das will ich nicht ohne Not beenden. Aber bald ist meine Geduld vorbei, dann hört alles auf.“

Der weißhaarige Mann hatte wahr gesprochen, denn nach einer halben Stunde wurde der Regen schwächer, der Donner verzog sich, und sie konnten sich auf den Weg machen.

„Siehst du“, sagte der neue Bekannte, „es kam, wie ich es vorhergesagt habe. Gerade zu dem Zeitpunkt, wenn ich nach Hause will, hört das Gewitter auf.“

 

„Das ist der rechte Lehrmeister für mich“, dachte sich Niklas. „Er soll mir das Zaubern beibringen.“

Er erzählte von seiner Suche und fragte, ob der Mann ihn in die Lehre nehmen wolle.

„Kannst du denn überhaupt Lehrgeld zahlen?“

Niklas verneinte traurig.

„Dann wirst du deine Lehre abarbeiten müssen!“

Damit war der arme Niklas einverstanden, und vergnügt gingen sie zum Hof des Magiers. Dort gab es viel Arbeit. Die Ställe mussten ausgemistet und das Haus gefegt und die Äcker gepflügt und das Vieh versorgt und die Geräte ausgebessert werden. Tag und Nacht war Niklas nun be­schäftigt und arbeitete bis zum Umfallen. Die Glieder taten ihm weh, und in den paar Stunden, die ihm blieben, schlief er wie ein Stein.

„Ich tue dies alles für mein Glück“, sagte er sich, wenn er aufgeben wollte. Das gab ihm neue Kraft. Manchmal fragte er seinen Meister, wann der Zauberlehrgang begän­ne und erhielt zur Antwort, dieser habe längst angefan­gen. Niklas merke es nur noch nicht, und er müsse noch mehr arbeiten. Da war der Lehrling froh über die gute Nachricht und verdoppelte seine Anstrengungen.

So gingen Jahre ins Land, und irgendwann hatte Niklas das Zaubern vergessen. Er war ein froher Mensch gewor­den, der bisweilen vor sich hin pfiff. Das Essen schmeckte ihm. Die Arbeit an der frischen Luft hatte sein Gesicht gebräunt und seine Glieder gestärkt. Es war alles gut gerichtet, bis ihn eines Abends der alte Mann zur Seite nahm und mit ihm ein ernstes Wort sprach.

„Du hast dich gut gemacht“, sagte er, „und meine Freude über dich ist in den letzten Jahren stetig gewach­sen. Ich habe auch gemerkt, wie viel Spaß dir die Arbeit inzwischen macht. Meine Lehre hat dir also gut getan. Du bist kein Lehrling mehr, sondern, sagen wir, Geselle. Nun ist es auch an der Zeit, dir reinen Wein einzuschenken. Natürlich, und das wirst du längst gemerkt haben, kann ich nicht zaubern. Damals unter der Eiche hast du mich gefragt, was ich bei dem Gewitter dort mache. Diese Frage war so dumm, dass ich dir eine dumme Antwort gab. Du hast sie ernst genommen, und ich habe das Spiel fortge­setzt und dabei stets überlegt, wann dir wohl die Er­leuchtung käme.

Das alles ist jetzt Vergangenheit. Ich habe dich lieb gewonnen. Wie du weißt, habe ich keine Kinder und auch keine anderen Verwandten. Ich möchte dir deshalb mei­nen Hof hinterlassen, wenn ich einst nicht mehr bin. Du hast ihn verdient und wirst ihn mit deiner Tatkraft und deinem Fleiß gut bewirtschaften.“

Niklas sah den Bauern entgeistert an.

„Was“, sagte er, „du kannst gar nicht zaubern?“

»Ach, vergiss doch diesen dummen Scherz von damals!“

„Und ich habe all die Jahre nutzlos hier verbracht und für dich umsonst gearbeitet?“

»Dafür will ich dich auch belohnen. Ich habe dir mein Erbe angeboten.“

„Ich soll also auf mein Glück verzichten und Bauer werden? Soll Tag für Tag und Jahr für Jahr in der Erde wühlen, soll stinkende Tiere pflegen und immer darauf hoffen, dass kein Unwetter kommt und meine ganze Mühe zunichte macht?“

„Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot verdienen, steht in der Bibel. Aber du wirst zufrieden sein und dein Auskommen haben.“

„Ja, glaubst du denn, ich bin zum Bauern geboren? In meinem Kopf stecken mehr Möglichkeiten, als du ahnst. Aus mir wird noch einmal etwas Großes werden. Schade sind nur die verlorenen Jahre, um die du mich betrogen hast.“

Wütend verließ Niklas den alten Mann und schlug sich die Magie aus dem Kopf.

 

Als nächstes versuchte er es mit der Schatzgräberei. Dies­mal beschloss er, sich zuerst zu informieren, damit er nicht wieder hereingelegt werde. Er las viele Bücher über ver­steckte Schätze. Besonders in Seeräuberromanen wurde er fündig. Dort erfuhr er von Schatzkisten mit unermesslichen Reich­tümern und von den Orten, wo diese in der Regel verborgen waren. Mit diesem Wissen begann er sich auf die Suche zu machen.

Nun waren aber leider damals schon die Zeiten vorbei, wo noch aller Orten Truhen mit Gold, Geschmeide und Edelsteinen her­umstanden, die nur auf einen Finder warteten. Auch gab es immer weniger Piraten, die für Nachschub sorgten und die gefundenen Schätze durch neue ersetzten. Das alles wusste Niklas, und er war deshalb auch bereit, Zeit und Ausdauer zu investieren. Denn, so dachte er sich, irgendwo müssten doch noch ein paar Kleinode verborgen sein, und die wollte er schon finden.

Er streifte wochenlang durchs Land, sah unter jeden größeren Stein, untersuchte alle Höhlen und scharr­te in der Erde, wo immer auffällige Hinweise, wie im Dreieck stehende Bäume oder einzelne spitze Felsen, ei­nen Räuber zum Vergraben seines Hortes verlockt haben könnten. Er lernte dabei das Land zwar genau kennen, aber so sehr er auch spähte, er fand nichts.

An einem Sonntag, die Luft war warm, und die Sonne schien von einem prächtigen, blauen Himmel, grub er auf einer kleinen Lichtung weit ab von seiner Heimatstadt. Er war frohen Mutes, denn sowohl eine Felsspitze, als auch eine kleine Gruppe von vier Bäumen und ein vom Blitz verstümmelter Baumstumpf wiesen gleichzeitig auf ein Versteck hin. So viele Hinweise auf einmal hatte er bisher noch nie angetroffen.

Da kamen plötzlich zwei Männer aus dem Unterholz. Niklas erschrak, denn er dachte, dies wären die Seeräuber, die nach ihrem Gold sehen wollten.

Er ließ die Schaufel fallen und rief: „Guten Tag, die Herren! Schönes Wetter zum Pilze sammeln. Ich glaube, hier ist ein besonders guter Platz für Champignons. Wollen Sie nicht auch ein wenig suchen und graben?“

Es war zwar keine Pilzsaison, aber Niklas war in der Eile keine bessere Ausrede eingefallen. So hoffte er, dass die ungebetenen Besucher von Champignons keine Ahnung hätten. Diese lachten und schlenderten gemächlich näher.

Dann sagte der eine heiter: „Nach Pilzen wirst du noch ein paar Monate lang graben müssen. Danach dürfte aber von dieser Lichtung nicht mehr viel übrig sein.“ Dann fügte er drohend hinzu: „Was suchst du wirklich? Raus mit der Sprache?“

„Nun“, Niklas druckste herum, „ich wollte mal sehen, ob es in dieser Gegend Schätze gibt. Nur so aus Neugierde. Ich würde sie natürlich liegen lassen, wenn ich welche fände“, fügte er hastig hinzu. „Schon meine Mutter hat gesagt, ich wäre ein neugieriges Kind. Ich kann die Wissbegier bis heute nicht bezwingen. Aber ich habe noch nie ein Unheil damit angerichtet. Ich will auch kein fremdes Gut rauben.“

Die Männer sahen ihn verständnislos an.

„Du suchst hier also einen Schatz?“ fragte schließlich der andere. „Hast du denn Hinweise, dass hier etwas vergraben ist?“

„Das eigentlich nicht, aber es sprechen viele Indizien dafür.“

„Das musst du uns erklären!“

Nun konnte Niklas nicht mehr anders. Er sah sich ge­zwungen, seinen Plan aufzudecken und gab sein Wissen preis. Die Männer lauschten schweigend. Ab und zu war­fen sie sich einen Blick aus den Augenwinkeln zu, aber sie unterbrachen Niklas nicht. Als der Schatzgräber geendet hatte, entstand eine lange Pause.

„Du scheinst mir ja ein heller Junge zu sein“, meinte schließlich einer der beiden. „Aber so wirst du nicht weit kommen. Die wirklichen Schätze liegen nämlich nicht in Truhen im Erdboden vergraben, sondern befinden sich im Rohzustand. Das heißt, sie sind noch im Fels und warten darauf, gehoben zu werden.“

Dann erklärten die Männer dem staunenden Niklas, was sie meinten. Sie waren Besitzer eines kleinen Bergwer­kes. Doch die Stollen reichten noch nicht tief genug in die Erde, um an das wertvolle Erz zu gelangen. Sie hatten aber kein Geld, um Tagelöhner zu bezahlen, die sie bei der Arbeit hätten unterstützen können. Deshalb mussten sie, so erfuhr der aufmerksam zuhörende Niklas, noch etwas auf den kommenden Reichtum warten.

Endlich erklärten die Beiden ihren Plan, den sie wohl spontan gefasst hatten. Sie forder­ten Niklas auf, diese Grabarbeiten zu übernehmen und versprachen, ihn an einem eventuellen Gewinn zu beteiligen.

Diese moderne Form der Schatzgräberei erschien dem jungen Mann recht einleuchtend und er willigte hocherfreut ein. Wie dankbar war er doch dafür, dass diese fremden Männer so schnell zu ihm Vertrauen gefasst hatten.

„Wahrscheinlich“, dachte er, „habe ich sie mit meinen Kennt­nissen über versteckte Schatztruhen verblüfft. Das Studium hat sich gelohnt. Man liest niemals Bücher umsonst.“

 

Mit Feuereifer machte sich Niklas nun an die Arbeit. Immer tiefer wühlte er sich in den unterirdischen Gängen voran. Er hackte mit seiner ganzen Kraft in das harte Gestein, transportierte die Brocken ans Tageslicht und schaufelte die Erde vor den Stolleneingang. Täglich kam einer der Männer, brachte ihm Nahrung und erkundigte sich nach dem Fortschritt der Arbeit.

Die Tage vergingen und wurden zu Wochen und die Wochen zu Monate. Niklas wühlte sich tiefer und tiefer in den Berg. Längst konnte er keinen Schimmer des Tageslichtes mehr sehen und arbeitete beim Licht einer kleinen Öllampe. Die Männer hatten Schienen gelegt und holten nun den Abraum mit einer kleinen Lore selbst ab. Dies würde helfen, Zeit zu sparen und schneller reich zu werden, sagten sie. Wann immer Niklas ans Tageslicht musste, brannten seine Augen von der ungewohnten Hel­ligkeit. Aber unverdrossen machte er weiter. Schwitzend und keuchend hieb er auf den Fels ein. Er wusste in der Dunkelheit nicht, ob es Nacht oder Tag, welcher Wochen­tag und weiches Jahr gerade war.

 

Eines Tages hörte er das Trampeln von Stiefeln in dem Stollen. Leute kamen durch den langen Gang zu ihm. Er war verwirrt. Bisher hatte sich außer seinen beiden Partnern noch nie jemand nach ihm hier unten im Fels umgesehen. Drei Männer und eine Frau erschienen. Jeder trug eine Petroleumlampe. Erschüttert blickten sie sich um. Dann fassten sie den verdreckten, bleichen Niklas unter den Armen und führten ihn vorsichtig hinaus. Drau­ßen, im hellen Tageslicht, betteten sie ihn auf eine weiche Decke, breiteten ein Tuch über seine Augen zum Schutz vor der Sonne und gaben ihm heißen Tee zu trinken. Niklas ließ dies alles mit sich geschehen und fragte nicht einmal, was es bedeuten sollte, so überrascht war er.

Mit leiser, einfühlsamer Stimme erklärte die Frau, sie seien das Wohlfahrts‑Komitee aus der nahen Stadt. Durch Zufall hätten sie erfahren, dass er hier im Bergwerk wie ein Sklave gehalten werde und seien gekommen, um ihn zu befreien. Wütend riss Niklas bei diesen Worten das Tuch von seinen Augen.

Er sei kein Sklave, schrie er, sondern arbeite an seinem Glück, und er lasse sich dabei nicht stören, auch nicht von einem Wohlfahrts‑Komitee. Er verlange, ungestört seiner Arbeit nachgehen zu dürfen, schließlich lebe er in einem freien Land, das die freie Berufsausübung garantiere.

Nun sah er auch die beiden Besitzer des Berg­werks, die beifällig nickten. Durch diese Unterstützung ermutigt, fügte Niklas noch einige drastische Worte hinzu, um diesen Eingriff in seine Privatsphäre entsprechend zu brandmarken.

Einer der Begleiter der Frau ergriff das Wort: „Wie mir scheint, sind Sie mit diesen Arbeitsbedingun­gen zufrieden. Da wollen wir Sie in der Tat nicht abhalten weiter unter der Erde zu wühlen. Aber es ist Gesetz, dass jede Arbeit ihres Lohnes wert sei, und auch Sie müssen hinreichend bezahlt werden. Was geben Ihnen die beiden Männer am Tag?“

Diese Frage war den beiden Bergwerkbesitzern peinlich. Sie redeten nun beide gleichzeitig. Er werde seinen Lohn schon noch erhal­ten, sagten sie, und außerdem bekomme er freie Kost und Logis, und man werde sich mit Niklas einigen. Dieser war aber mit diesen Äußerungen nicht zufrieden.

Er gebot mit einer mächtigen Armbewegung Ruhe und sagte stolz: „Ich arbeite nicht für Lohn. Ich bin kein Knecht! Wir sind alle Unternehmer. Ich bin am Schatz betei­ligt, wenn er gefunden wird.“

Einen Augenblick lang herrschte Schweigen, und dann brachen alle in brausendes Gelächter aus. Der eine seiner Gönner hieb dem anderen auf die Schulter und prustete los: „Er hat den Unsinn vom Schatz tatsächlich geglaubt.“

Nach viel Geschrei, Missverständnissen und Aufklärungen stellte sich heraus, dass Niklas in einer Eisenerzmine arbeitete, die zwar nur kärglichen Ertrag abwarf, aber die Besitzer doch ordentlich ernährte. Sie hätten ihrem Arbeiter ohne weiteres den ortsüblichen Tagelohn zahlen können. Die Kommission bestand darauf, dass dies auch zu geschehen habe. Die Summe wurde festgelegt und Niklas eine Nachzahlung für die bisher geleistete Arbeit zugesagt. Ein nettes Sümmchen war in­zwischen aufgelaufen.

 

Der Glücksucher hatte den Verhandlungen atemlos zugehört. Die Bergwerkinhaber verpflichteten sich, ihm einen Tag in der Woche freizugeben, ihm eine ordentliche Hütte zu bauen, ihn anständig zu kleiden und regelmäßig zu entlohnen. Dies waren annehmbare Bedingungen, und Niklas hätte zufrieden sein können. Doch dem war nicht so.

„Ich soll hier also weiter untertage schuften?“ fragte er endlich. „Und dies alles für ein paar Kröten? Ja, was glaubt ihr denn, wen ihr vor euch habt? Sehe ich etwa aus wie ein Bergarbeiter, der nichts kann, als in der Erde wühlen? Ich kam doch nicht mit Schwielen an den Händen auf die Weit, und nun soll ich Sklave irgendwelcher Arbeitge­ber sein? Meine Mutter hat stets gesagt, der Junge wird einmal sein Glück machen. Und das werde ich in der Tat! Ärgerlich ist nur, dass ich hier so viel Zeit verschwendet habe.“

Wütend verließ er daraufhin die Gegend und nahm auch Abstand von der Schatzgräberei.

 

Eines Tages schritt der arme Niklas durch den Hafen einer Stadt am Meer. Da sah er einen großen Mann, der in einen prächtigen Pelz gekleidet war. Er fragte einen Passanten, wer dieser sei, und erhielt zur Antwort: ein reicher Händler. Nun stand für Niklas fest, dass er auch so ein Händler werden wolle.

Klug wie er war, bereitete er sich wieder sorgfältig auf den neuen Beruf vor. Dazu gehörten Pläne, wie er auftreten, welchen Umgang er pflegen und wo er wohnen würde. Dann ging er von Schaufenster zu Schaufenster in der Stadt und suchte sich seine künftige Kleidung aus. Die äußere Erscheinung eines Kaufmannes, so sagte er sich, sei schon das halbe Geschäft. Auch die Gegend, in der er sein Kontor zu eröffnen gedachte, erschien ihm von größter Bedeutung. Die Kundschaft muss Vertrauen zu einem Händ­ler haben. Dies dient seiner Kreditwürdigkeit.

Schließlich hatte er auch noch das geeignete Haus gefunden, in dem er residieren würde. Es lag zwar nahe am Hafen, aber doch in einem Viertel, in dem sich keine Zuhälter oder gar Arbeiter und Matrosen herumtrieben.

Blieb nur noch an das Gefährt zu denken, mit dem der künftige Kaufmann über Land fahren wollte. Er ging von Stellmacher zu Stellmacher, von Rosshändler zu Rosshändler. Endlich hatte er eine schöne schwarze Kutsche mit großen Rädern gefunden, die neben Bequemlichkeit auch noch Stauraum für Waren bot. Gezogen wurde sie von zwei prächtigen Rappen, jungen Tieren, die ihm auf den ersten Blick gefallen hatten.

So weit war nun alles bestens gerichtet, und der neuen Karriere von Niklas als Handelsmann stand nichts mehr im Wege. Lediglich eine Kleinigkeit gab es noch zu regeln. Er musste etwas finden, womit er handeln konnte. Leider fiel ihm dazu nichts ein. Bettelarm, wie er war, hatte er nichts zu verkaufen. Die Reichtümer sollten schließlich erst er­worben werden. Niklas haderte mit sich, dass er an dieses wichtige Detail bei seinen Vorbereitungen erst so spät gedacht hatte.

Nach vielem Grübeln fand er die Lösung. Er hatte etwas anzubieten, das wertvoller war als alle Güter dieser Welt, nämlich sich selbst.

Niklas war ein Mann der Tat und so setzte er seinen neuen Plan auch sofort ins Werk. Er verkaufte sich als Hafenarbei­ter. Wenn er mit sich selbst genug Profit eingebracht haben würde, so wollte er mit diesem Kapital Handel treiben.

Er arbeitete zwar redlich, aber anders als erwartet, blieb nichts zum Zurücklegen übrig. Das Einkommen als Arbeiter deckte kaum die Unkosten des Unternehmens. Logis, Essen und Kleidung von Niklas als Arbeits­ware verschlangen die gesamten Einnahmen. Investitionen in neue Unternehmungen waren deshalb nicht möglich.

An den Abenden dachte Niklas lange darüber nach, wo der Fehler in seinem System steckte. Es war klar, als Unternehmer musste er bilanzieren, rationalisieren und an die Profitmaximierung denken. Doch er fand keine Ansatz­punkte, um sein Geschäft gewinnbringender zu organisie­ren. Er sah auch kaum Möglichkeiten, die Unkosten zu senken oder gar Reinvestitionen vorzunehmen. Zeitweise steigerte er die Produktionsrate, indem er sich selbst als seinem Kapital eine zweite Tä­tigkeit zumutete. Am Tag arbeitete er in den Lager­häusern am Hafen und in der Nacht bewachte er die Schiffe. Diese Belastung hielt er aber nicht lange durch, und die kärglichen Gewinne mussten an Ärzte weitergege­ben werden, die seine Produktivkraft wieder aufbauen halfen.

Niklas war viel allein, denn mit den anderen Tagelöh­nern im Hafen wollte er als Unternehmer nichts zu schaffen haben. Er war im Gegensatz zu dem gemeinen Volk zu Höherem geboren und wollte sein Leben nicht in dumpfer Knechtschaft verbringen. Noch immer dachte er an das Haus, die Kleidung und den Wagen, die zu kaufen er gedachte. Seine stetige Hoffnung blieb, dass die Pferde noch nicht verkauft wären, wenn er endlich das Geld zusammen hätte.

 

Nach Jahren wurde der Eifer des Mannes doch noch belohnt, und sein Plan gewann Konturen. Er hatte die ganze Zeit hindurch eisern gespart und Taler für Taler zur Seite gelegt. So konnte er endlich ein erkleckliches Sümm­chen sein eigen nennen, mit dem er auf seine Art Wucher zu treiben gedachte.

Er erweiterte sein Produktionskapital um vier weitere Hände. Das heißt, er stellte zwei Leute ein, die für ihn arbeiten sollten. Dies war eine kluge Entscheidung. Die neuen Kräfte, denen er natürlich erheblich weni­ger bezahlte, als er selbst für deren Arbeit bekam, mehrten seinen Wohlstand so, dass er bald das kleine Unternehmen erweitern konnte. Der Ausbau des Geschäftes schritt vor­an. Bald arbeiteten vierzehn Hände für ihn.

Es war klar, dass sich Niklas nun nicht mehr selbst in den Lagerhäusern und auf den Kais die Hände schmutzig mach­te. Er verhandelte vielmehr mit den Auftraggebern über Löhne und Spesen und stritt mit seinen Leuten, wenn sie unpünktlich zur Arbeit erschienen oder gar den Kunden Grund zur Klage gaben. Dieser aufopfernde Einsatz trug mit der Zeit Früchte. Eines Tages erschien Niklas am Hafen und war in einen prächtigen Pelzmantel gekleidet. Barsch erteilte er seine Anweisungen und ging dann mit festen Schritten zum Kontor des Handelsherrn, der seine Leute für diesen Tag gemietet hatte, und erklärte diesem, dass er den Preis erhöhen müsse. Der Kaufmann, dessen Schiff unbedingt entladen werden musste, wollte er nicht seine gesamte Ladung verlieren, ging zähneknirschend auf die Erpressung ein.

Ein paar Tage später fuhr Niklas in der Kutsche mit den hohen Rädern vor. Zwar waren die Rappen, die er vor ausgesucht hatte, schon verkauft gewesen, aber er hatte andere gute Pferde gefunden. An diesem Tag heuerte er noch fünf weitere Leute an.

Es dauerte nicht lange, da wurde auch das ausgesuchte Haus ge­kauft. Das Geld hierzu hatte ihm ein Wucherer geliehen. Nun wohnte Niklas endlich standesgemäß. Es war an der Zeit, sich ein Weib und ein Kind zuzulegen.

 

Wie immer machte sich der Mann mit Ernsthaftigkeit und großem Eifer an diese neue Aufgabe. Allerdings hin­derte ihn dieses neue Ziel, sich um sein Unternehmen zu kümmern. Deshalb wurden seine Arbeiter schludrig, neue Aufträge blieben aus. Als Niklas als erstes Ergebnis endlich wusste, welche Haarfarbe seine zukünftige Frau haben sollte, konnte er den Leuten ihren Lohn nicht mehr bezahlen. Dann ging es rasch bergab. Der Wucherer kassierte Haus, Wagen und Pelz. Seine ehemaligen Arbeiter verprü­gelten ihn, weil sie sich von ihm betrogen fühlten. Das Gericht verurteilte ihn zu Pranger und verschärftem Kerker wegen Schwindels und Betruges.

 

Aber Niklas gab auch nach dieser Niederlage nicht auf. Er glaubte an sein Glück. Er wusste schließlich, dass er zu Höherem geboren war. Nach Jahren verließ er als freien Mann die Stadt und wanderte nach Süden.

In einem kleinen Ort nahm er wieder einmal Logis bei einer Familie mit vielen Kindern. Seinen kärglichen Un­terhalt verdiente er mit Aushilfsarbeiten wie Holzhacken, Erntehilfe und Straßenkehren. Aber in seinem Kopf gingen die Gedanken hin und her. Niklas hatte nämlich schon einen neuen Plan, der ihn zu Ruhm und Reichtum führen sollte. Er hatte sich von der schnöden Geschäftemacherei abgewandt und sich statt dessen den schönen Künsten geweiht. Niklas beschloss, Dichter zu werden.

 

Wieder einmal ging er planvoll zu Werk. Es galt, Verse zu schreiben, mit denen man die Publikumsgunst gewinnen konnte. Doch ein Alltagsdichter der Trivialität wollte Niklas nicht sein. Er war gewillt, sich von der Masse der Möchtegern‑Poeten zu unterscheiden.

So begann er, die Traurigkeit der Wiesen, der Bäume und der Brunnen zu beschreiben. Dann, als diese Werke niemand hören wollte, schrieb er über die Vergänglichkeit der Gebirge, der Flüsse und der Hühner. Schließlich wandte er sich sogar der Liebe zu und entdeck­te die tiefen Blicke, den holdseligen Händedruck und noch etwas, was er aber nicht aufschreiben mochte. Dazu sei die Zeit nicht reif, sagte er sich.

Abend für Abend saß er vor der Hütte und reihte Reime aneinander. Die Kinder tobten um ihn herum und nahmen dabei keine Notiz von ihm. Bis sich eines Tages ein kleiner Junge vor ihn stellte und fragte: „Was machst du da?“

„Ich dichte“, antwortete Niklas.

„Was ist Dichten?“

„Man besingt die Schönheit und die Traurigkeit und die Liebe in der Welt.“

„Und wozu tust du das?“

„Um die Menschen zu erfreuen.“

„Was willst du damit erreichen?“

„Ich will mein Glück machen.“

Der Junge forderte Niklas auf, ihm etwas vorzulesen. Er war der erste Zuhörer, den der Mann bisher gefunden hatte, und so gab er sich große Mühe mit seinem Vortrag. Er las langsam und betont und war bald von seinen Texten so ergriffen, dass ihm die Tränen in die Augen traten. Schließlich hielt er inne. Der Junge stand vor ihm und lachte, und man sah, dass ihm der Vortrag gefallen hatte. Er hüpfte von einem Bein auf das andere und verlangte mehr. Es sei so lustig.

Da wurde Niklas sehr traurig. Er ging in die Hütte und legte sich schlafen. Kurz vor dem Einschlafen, beschloss er, das Dichten aufzugeben und sich statt dessen der Prosa zu widmen.

 

Jeder Roman braucht einen Mittelpunkt, das war Niklas klar. Es musste ein guter und ein spannender Stoff sein, wollte man Meriten und Reichtum mit der Schriftstellerei gewinnen. Deshalb überlegte er lange, worüber er denn schreiben sollte. Aber es wollte und wollte ihm nichts einfallen. End­lich, als er diese neue Karriere schon wieder aufgeben wollte, hatte er den rettenden Einfall. Er würde über etwas sehr Wichtiges, etwas ungemein Interessantes und Lehrreiches schreiben. Es sollte ein Buch werden, über das die Men­schen noch nach Jahrhunderten sprechen würden. Es sollte sie fesseln, erheitern und auch Tränen rühren. Das Thema seines Buches würde etwas Ausgefallenes sein, über das noch nie jemand geschrieben hatte: sein eigenes Leben.

Doch mit diesem Einfall wurde der Zwang zu essen nicht geringer. Auch ein großer Dichter bedarf der schnöden Materie, um zu überle­ben. So musste er sich Tag für Tag für einen kärglichen Lohn verdingen. Am teuersten waren die Schreibutensilien, die er in großer Zahl benötigte. Deshalb konnte er auch Miete und Kost­geld nicht pünktlich entrichten.

Eines Tages ging Niklas wieder einmal sehr traurig spazie­ren. Schwere Sorgen drückten auf sein Gemüt. Seine Wirts­leute hatten ihm mitgeteilt, dass sie nicht bereit waren, noch länger auf das Kostgeld für die letzten Monate zu warten. Sie hatten viele hungrige Mäuler zu stopfen, und die Kinder lagen ihnen täglich mit neuen Wünschen in den Ohren. Die einen wollten unbedingt eine Jacke im Winter über ihrem Hemd haben, und die anderen waren nun schon so alt, dass sie nicht mehr barfuss laufen, sondern Sandalen tragen wollten.

Wer kann schon auf Dauer den Wünschen von Kindern widerstehen? Niklas hatte ein Einsehen. Er verstand das Drängen der Wirtsleute. Aber woher sollte er das geforderte Geld nehmen? Er war in den letzten Wochen so beschäftigt gewesen, reich und berühmt zu werden, dass er keine Zeit gefunden hatte, Geld zu verdienen.

 

Die Sonne war schon untergegangen, und der Mond stand am Himmel. In der klaren Nacht funkelten ungezählte Sterne. Niklas fröstelte in seinem dünnen Mantel und war sehr unglücklich. Seine Einsamkeit und sein missratenes Leben wurden ihm schmerzlich bewusst. Wie ein Schlag traf ihn dabei die Erleuchtung, dass er sich bisher recht töricht verhalten hatte. Er begriff, dass auch sein Versuch Schriftsteller zu werden scheitern würde. Er brauchte Hilfe. Allein würde er es nie schaffen, sein Ziel zu erreichen.

Einer plötzlichen Eingebung folgend wandte er sich zum Himmel, der sich in seiner Unendlichkeit um die kleine Erde wölbt.

Zitternd reckte Niklas die Arme nach oben zu den Sternen und rief: „Warum hilfst du mir nicht? War ich nicht stets redlich bei meinem Streben nach Wohlstand? Habe ich nicht alles unternommen und auf mich genommen für mein Ziel? Mein Leben geht zur Neige, und ich bin noch immer bettelarm. Ich habe mir nichts geschenkt. Dennoch ist aus mir nichts geworden. Gib mir ein Zeichen, damit ich weiß, dass ich doch noch mein Ziel erreichen werde.“

Doch der Mannes rief vergebens. Der Him­mel blieb kalt und stumm. Nur die Sterne schienen ein klein wenig mehr zu blinken und zu blitzen. Doch so schnell gab sich Niklas nicht geschlagen. Ausdauer und Zähigkeit wa­ren schließlich Eigenschaften, die sein ganzes Leben be­stimmt hatten.

„Ich muss massiver werden“, dachte er. „Mit schönen Worten allein kann man keine Reichtümer gewinnen.“

Deshalb sagte er laut und mit fester Stimme, der er sogar noch einen drohenden Unterton verlieh: „Es wird nun Zeit, dass du deine Ge­genwart beweist und ich endlich meinen verdienten Lohn erhalte. Da oben sind so viele Sterne, die sicher noch niemand gezählt hat. Wem schadet es, wenn nur ein paar von ihnen auf mich als Taler herabfallen?“

Noch immer blieb es still, nur die Luft wurde noch ein wenig kühler.

„Mir scheint, ich muss noch gröbere Geschütze auffah­ren“, sagte sich nun der Betende.

Er ballte die Hand zur Faust und rief: „Hast du nicht gehört? Ich gebe dir nur noch eine paar Minuten, dann will ich endlich den Reichtum sehen und spüren.“

 

Dies war der Moment, in dem Niklas erhört wurde. Die silbern funkelnden Sterne wurden zu Talern, ganz so, wie er es sich gewünscht hatte. Und sie fielen aus der Unendlichkeit des Alls auf ihn herab. Es waren unzählige zu Talern gewandelte Sterne. Silber und Gold, das ihm geschenkt wurde, wogen nicht nur Zentner, sondern Tonnen über Tonnen. All diese Schätze trafen den Mann Niklas auf dem weiten Feld vor der Stadt auf den Kopf und begruben ihn. Er war sofort tot und hatte endlich das Ziel seines Lebens erreicht.

 

          Horst Neißer

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